Stilepochen

Barock ca. 1630-1730

Die Wurzeln dieser Stilepoche liegen in den Geistesströmungen der Gegenreformation und des Absolutismus. Das Barock löst sich von den spröden, geradlinigen und rechtwinkligen Stilmerkmalen der Renaissance. Der Wohlstand verlockte auch das reiche Bürgertum in Anpassung an den Lebensstil des Adels allmählich zu größerem Prunk.

Möbelstil: Kennzeichnend für barocke Möbel in Deutschland ist meist poliertes Nussbaum, häufig wird auch einfaches Holz furniert. Die dominierende Stuhlform der Zeit war der Lehnenstuhl, in Abwandlung auch als Ohren- oder Armlehnstuhl. Charakteristisch war die rechteckige, gerade Rückenlehne, die allerdings nicht bis zum Sitz hinunter reichte. Lehnen und Füße waren häufig mit Schnitzereien verziert. Viele dieser Stühle waren mit Stoff bezogen, weit häufiger jedoch hatten sie Ledersitze und mit Leder bezogene Lehnen. Und auch ein Sofa war in vielen der elegantesten Häuser anzutreffen. Als Bezugsstoff wurde Samt, Brokat und Seidendamast verarbeitet - oftmals auch mit Blatt- und Blumendessins.

Rokoko ca. 1730-1780

Die Stilepoche des Barock mit dem Überschwang an Formen fand im Rokoko eine kunstvolle Verfeinerung

Möbelstil: Die Möbel werden zu beweglichen Gebrauchsgegenständen und wirken graziöser und zierlicher als die wuchtigen Möbel des Barock. Dazu schätzte man die Bequemlichkeit des Sitzens. Die Sitze wurden breiter und die Rückenlehne hört in Schulterhöhe auf. Die Stuhlbeine sind S-förmig geschweift und enden mit einem Geißfuß. Einer der beliebtesten Sesseltypen war die Bergère, ein vollgepolsterter Ohrensessel. Verbreitet waren auch Chaiselounge, Vailleuse oder Duchesse, als Zwischentypen von Sessel und Liegebett. Sehr begehrt in dieser Zeit waren vor allem Lackmöbel , die durch den im 17. Jh. aufkommenden Ostasienhandel in Europa bekannt wurden. Als Polsterbezüge wurden vorwiegend helle, leichte Seidendamaste in Pastellfarben bevorzugt, als auch Brokate mit pflanzlichen Motiven.

Stil Ludwig XVI ca. 1774-1789

Es wird die letzte Epoche der höfischen Kultur, jedoch wie bei der Baukunst, werden die geschwungenen Formen durch klassische Strenge und einfache Formen abgelöst.

Möbelstil: Die Möbel wirken geradlinig und streng mit ausgewogenen Proportionen. Die Möbelbeine sind kanneliert, verschmälern sich nach unten und schließen mit einem Quader oder Kapitell an den Korpus an. Die Möbel sind oft weiß lackiert oder teilweise vergoldet. Vollpolstermöbel gibt es in verschiedenen Ausführungen mit rechteckigen und gewölbten Rückenlehnen. Die häufigsten Textilien sind Brokate, Streifendamast und Samte - gestreifte Stoffe sind in dieser Zeit sehr beliebt.

Empire ca. 1800-1820

Der Stil des Empire ist geprägt durch den Herrscher Napoleon. Bezeichnend ist die Anlehnung an die römische und griechische Antike sowie die ägyptische Kunst.

Möbelstil: Die strengen Möbel waren meist aus edlen Hölzern, wie Ebenholz, Mahagoni und Zeder und wurden reich mit Bronzebeschlägen verziert. Die Bezüge der meist gepolsterten Sitzmöbel sind oft aus gemustertem Samt, brochierter Seide, schwerem Taft oder Leder. Bevorzugte Muster waren Eichen- und Lorbeerblätter, sowie geometrische Motive, die sich in Gold oder Silber vom Rosa, Rot, Violett oder Grün des Grundes abhebten.

Biedermeier ca. 1815-1850

Der Biedermeier-Stil ist ein reiner Wohnstil im deutschsprachigen Raum. Das Bürgertum möchte mit der Familie in Ruhe und Behaglickeit leben, es löst sich das erste Mal von den höfischen Vorbildern. Möbelstil: Möbel in klaren und schlichten Formen schmückten die Räume. Den Mittelpunkt der Sitzgruppe bildete ein eher wuchtiges, tief gepolstertes Sofa. Kennzeichnend ist die Verwendung heller Hölzer, wie Kirschbaum, Esche und Birke, neben dem dunkleren Mahagoni, das als Furnier für feinere Möbel verwendet wurde. Auf Ornamente wurde weitgehend verzichtet. Für die Bezüge der bequemen, dick gepolsterten Sitzmöbel wurden ungemusterte Wollripsstoffe oder die anspruchsvolleren ein- oder zweifarbigen Baumwoll- oder Wolldamaste bevorzugt. Für besonders strapazierte Sitzmöbel verwendete man auch eingefärbtes Leder.

Historismus ca. 1850-1890

Die 2. Hälfte des 19. Jahrhnderts wird auch als "Gründerzeit" bezeichnet. Sie ist gekennzeichnet durch den Beginn der Industrialisierung und einen rapiden Aufschwung in Industrie und Handel.

Möbelstil: Möbel werden aus alten Stsilelementen neu aufgelegt, beliebt ist der gepolsterte Hocker. Gleichzeitig entstehen die ersten industriell hergestellten Stühle, wie z.B. der Thonet-Bugholzstuhl. In Mode kamen hochlehnige, mit Plüsch und Samt bezogene Stühle sowie breite ausladende Sofas als Inbegriff übersteigerter Gemütlichkeit. Die Sitzmöbel waren oft mit Fransen und Borten verziert.

Jugendstil ca. 1890-1918

Die Jugendstil ist ein Aufbegehren gegen die alte Form, aber auch gegen die Eintönigkeit von Industrieprodukten.

Möbelstil: Das künstlerische Handwerk gewinnt wieder an Bedeutung. Die Sitzmöbel sind den Bewegungsformen des menschlichen Körpers angepasst. Sie besitzen meistens eine hohe, abgerundete Lehne, die Füße und der Sitzrahmen gehen in fließender Form in die Rückenlehne über. Bevorzugte Stoffe sind Samte, Damaste und Leinengewebe mit floralen Mustern.

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